Schätzungen zufolge arbeiten heute mindestens 70 % der Arbeitnehmer mindestens einmal pro Woche außerhalb des Büros. Der Grund dafür ist, dass sich die meisten Arbeitnehmer produktiver fühlen, wenn sie von zu Hause aus arbeiten. Auch Manager und Führungskräfte haben sich aufgrund der Vorteile der Fernarbeit für diese Arbeit erwärmen können.
Auf der anderen Seite bringt das Remote-Arbeitsmodell Herausforderungen für Arbeitgeber mit sich, etwa Probleme im Bereich der Cybersicherheit.
Eine Studie von IBM und dem Ponemon Institute stellte einen Anstieg der Kosten von Datenschutzverletzungen aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Telearbeit fest. Die Studie ergab, dass in Unternehmen, in denen 81 bis 100 Prozent der Mitarbeiter remote arbeiten, die durchschnittlichen Gesamtkosten sage und schreibe 5.54 Millionen US-Dollar betrugen!
Wie schützen Sie Ihr Unternehmen, wenn Ihre Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten? Dieser kurze Leitfaden erläutert, was Sicherheit im Homeoffice bedeutet und welche Schritte Sie zum Schutz Ihrer Mitarbeiter im Homeoffice unternehmen können.
Was ist Fernarbeitssicherheit?
Zunächst geht es darum, Unternehmenswerte und -daten zu schützen, wenn Mitarbeiter außerhalb eines typischen Büros arbeiten. Typische Situationen, die mobiles Arbeiten erfordern, sind beispielsweise Geschäftsreisen, Homeoffice oder Krankheitsurlaub.
Sicherheitsrisiken bei der Fernarbeit
Bevor Remote-Arbeit zur Norm wurde, ging es bei der Cyberabwehr mehr oder weniger darum, Sicherheit für Mitarbeiter zu gewährleisten, die in einem traditionellen Büro arbeiten. Remote- und Hybrid-Arbeitsmodelle stellen die folgenden Herausforderungen dar, da Mitarbeiter verteilt mit Kunden interagieren und diese bedienen.
- Menschliche Fehler
- Die Verbreitung persönlicher Geräte
- Schlecht gesicherte WLAN-Netzwerke
- Verdeckte Sichtbarkeit des IT-Personals
- Unzureichende Schulung und Sensibilisierung
Nachdem Sie nun die Herausforderungen kennen, wollen wir uns mit den möglichen Lösungen befassen.
Sicherheitstipps für Arbeitgeber mit Remote-Arbeit
Nachdem Sie nun die Sicherheitsrisiken kennen, sollten Sie die folgenden Schritte unternehmen, um die Sicherheit Ihrer Remote-Mitarbeiter zu gewährleisten:
1. Investieren Sie in Schulungen zum Thema Cybersicherheit
Denken Sie daran: Ihre Mitarbeiter sind Ihr schwächstes Glied im Kampf gegen Sicherheitsrisiken im Homeoffice. Eine Studie von Proofpoint aus dem Jahr 2022 ergab, dass 55 % der US-amerikanischen Arbeitnehmer im Jahr 2021 riskante Handlungen begangen haben. 50 % gaben zu, auf verdächtige E-Mail-Links geklickt zu haben, die zu gefährlichen Webseiten führten. 17 % gaben versehentlich ihre Zugangsdaten preis. Nur etwa die Hälfte von ihnen konnte gängige Phishing-Angriffe erkennen.
Aus diesem Grund müssen Sie in eine angemessene Cybersicherheitsschulung für Ihr Remote-Team investieren.
Eine Studie von Wombat Security Technologies und der Aberdeen Group ergab, dass Schulungen zur Sensibilisierung für IT-Sicherheit eine Schlüsselrolle im Verhalten der Mitarbeiter spielen und messbar die Cybersicherheitsrisiken um 45 bis 70 Prozent reduzieren können.
Eine weitere Studie des Ponemon Institute ergab außerdem, dass Sie durch entsprechende Schulungen zum Thema Sicherheitsbewusstsein die Kosten von Phishing-Angriffen um mehr als 50 % senken können. Außerdem können Sie Ihre Passwortsicherheit um 30-50 % steigern.
Bedenken Sie, dass es nicht ausreicht, wenn Ihre Mitarbeiter einmal eine Schulung zur Cybersicherheit absolvieren. Führen Sie regelmäßige Schulungen durch, um Ihren Remote-Mitarbeitern beizubringen, wie sie gängige Hijacking- und Angriffsversuche wie Phishing, Whaling, Typosquatting, Domain-Hijacking und mehr erkennen. Sie sollten wissen, was sie bei der Remote-Arbeit nicht tun sollten, z. B. unbekannte Browser-Plugins installieren und verdächtige E-Mail-Anhänge öffnen, die Malware enthalten könnten.
2. Entwickeln Sie eine Cybersicherheitsrichtlinie für Remote-Mitarbeiter
Um dieses Bewusstsein zu schärfen, benötigen Sie eine angemessene Cybersicherheitsrichtlinie. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Regeln, Verfahren und dokumentierten Plänen, die vorgeben, wie Remote-Mitarbeiter ihre Aktivitäten durchführen sollen. Achten Sie bei der Entwicklung dieser Richtlinie darauf, dass Sie wichtige Themen wie Datenschutz, Gerätenutzung, Kennworthygiene, Einhaltung von Vorschriften, Zugriffsverwaltung und Schulungen zum Thema Sicherheitsbewusstsein abdecken. Die Richtlinie sollte Ihre Mitarbeiter auch dazu ermutigen, regelmäßig Backups durchzuführen, um sicherzustellen, dass Sie im Falle eines Verlusts oder einer Beschädigung schnell auf Daten zugreifen können.
Tipp: Erstellen Sie geeignete Richtlinien für die Nutzung von firmeneigenen und privaten Geräten.
3. Wählen Sie die richtige Remote-Desktop-Zugriffssoftware
Im Allgemeinen nutzen Mitarbeiter im Homeoffice Fernzugriffssoftware, um jederzeit problemlos auf ihre Geräte (PC oder Mac) zugreifen zu können. Diese ermöglicht es ihnen außerdem, sich mit Smartphone, Tablet oder Betriebssystem zu verbinden und so unterbrechungsfrei zu arbeiten.
Allerdings muss auch die Zugriffssoftware, die Sie zur Erleichterung der Fernarbeit installieren, gut gesichert sein. Suchen Sie nach einer Software, die neben Login und Passwort eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Web-, Smartphone- und lokalen Zugriff bietet.
Verwenden Sie außerdem Software, die Ihre Privatsphäre und Sicherheit durch die Bereitstellung von Peer-to-Peer-Verbindungen in den Vordergrund stellt. Die Einhaltung des Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS), der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) ist ebenfalls unerlässlich.
4. Führen Sie eine regelmäßige Überprüfung der Konten durch
Es wäre falsch anzunehmen, dass jeder, der auf Ihre Infrastruktur zugreifen kann, auch dazu berechtigt ist. Daher sollten Sie Ihre Benutzeranmeldeinformationen und Zugriffsrechte regelmäßig überprüfen. Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, ihre Kontodaten regelmäßig zu aktualisieren, um den Authentifizierungsprozess zu verbessern und zu optimieren. Fördern Sie häufige Passwortänderungen, damit Hacker es schwerer haben, auf Anmeldeinformationen zuzugreifen und in Ihre Infrastruktur einzudringen. Wenn ein Mitarbeiter Ihren Arbeitsplatz verlässt, stellen Sie sicher, dass Sie seine Konten entfernen oder den Zugriff einschränken.
5. Erzwingen Sie sichere Passwörter auf den Geräten Ihrer Mitarbeiter
Wussten Sie, dass ein Hacker einfache Passwörter innerhalb von Minuten richtig erraten und in Ihr System eindringen kann? Ja, ein Computer kann das so schnell erledigen! Nun, Sie können diese Risiken verringern, indem Sie Ihre Remote-Mitarbeiter dazu anhalten, sichere Passwörter zu verwenden, die schwerer zu knacken sind.
Ein sicheres Passwort vermeidet gebräuchliche Wörter. Es enthält mindestens acht Zeichen mit einer Kombination aus Buchstaben, Symbolen und Ähnlichem. Wenn Ihr Passwort die oben beschriebenen Kontrollkästchen aktiviert, sind Ihre Daten vor Brute-Force- und Wörterbuchangriffen sicher.
6. Investieren Sie in organisationsweite Tools zur Passwortverwaltung
Studien zeigen, dass viele Datenpannen durch den Zugriff von Cyberkriminellen auf Benutzerdaten verursacht werden. Daher empfiehlt sich der Einsatz einer Passwortverwaltungssoftware , um die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter im Homeoffice zu gewährleisten. Diese Software verhindert zudem, dass Ihre Mitarbeiter alte, leicht zu erratende Passwörter wiederverwenden. Beispiele für geeignete Strategien und Tools sind Zufallspasswortgeneratoren, Einmalpasswörter und die automatische Passwortrotation.
7. Aktualisieren Sie Ihre Software
Stellen Sie zu guter Letzt sicher, dass Sie aktuelle Software verwenden, angefangen bei Sicherheitstools wie Anti-Malware, Antivirensoftware und Firewalls auf jedem Gerät, mit dem auf Unternehmensressourcen zugegriffen wird. Diese zusätzlichen Maßnahmen bieten eine zusätzliche Schutzebene und verringern das Risiko einer Infiltration.
Auch hier ist es einfacher, wenn Sie über Remote-Tools verfügen, die die Geräteverwaltung ermöglichen. Sie können auch Tools wie Mobile Device Management (MDM)-Tools verwenden, um vertrauliche Unternehmensdaten im Falle von Diebstahl, Verlust oder einer schwerwiegenden Sicherheitsverletzung von Mitarbeitergeräten zu verwalten und zu löschen.
Tipp: Sie benötigen ein solides technisches Supportteam, das Ihren Mitarbeitern Unterstützung bieten kann.
Wrapping up
Bei der Sicherheit im Homeoffice geht es vor allem darum, proaktiv statt reaktiv zu handeln. Sie sollten die Sicherheitsmaßnahmen konsequent umsetzen und zunächst Ihre Mitarbeiter sensibilisieren. Installieren Sie zunächst eine sichere Fernzugriffssoftware. Investieren Sie in Cybersicherheitstools, um Ihr Netzwerk und die Endgeräte Ihrer Mitarbeiter zu schützen. Stellen Sie außerdem die notwendige Unterstützung für Ihre Remote-Mitarbeiter bereit, beispielsweise mit Tools, die die Verwaltung der Remote-Geräte für Ihre IT-Abteilung vereinfachen.






